Thymosin Alpha 1
Ein körpereigenes Immun-Peptid aus der Thymusdrüse, in mehr als 35 Ländern als Arzneimittel zugelassen, in Deutschland, Österreich und der Schweiz derzeit nicht.
Thymosin Alpha 1 ist ein aus 28 Aminosäuren bestehendes Peptid, das ursprünglich aus der Thymusdrüse isoliert wurde, dem zentralen Organ der Reifung von T-Zellen. Es wirkt als Immunmodulator und wird sowohl in der klinischen Forschung als auch, unter dem Handelsnamen Zadaxin, als zugelassenes Präparat bei bestimmten Immunerkrankungen eingesetzt. Untersucht werden unter anderem chronische Virusinfektionen, die Immunantwort auf Impfungen und eine unterstützende Rolle in der Onkologie.
Steckbrief
- CAS-Nummer: 62304-98-7
- Molekulargewicht: 3108.3 g/mol
- Aminosäuren: 28
- Reinheitsstandard: ≥ 98 % (HPLC, handelsüblich)
Evidenz
- Eine retrospektive Auswertung von 76 schwer an COVID-19 erkrankten Patienten aus zwei Kliniken beschrieb eine geringere Sterblichkeit unter Thymosin Alpha 1 im Vergleich zur unbehandelten Gruppe, begleitet von einer Erholung der T-Zell-Zahlen. Liu et al. 2020, Clinical Infectious Diseases
- Eine randomisierte Studie an 42 Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom nach Bestrahlung beschrieb unter Thymosin Alpha 1 eine schnellere Normalisierung der T-Zell-Funktion gegenüber Placebo sowie einen Überlebensvorteil, am stärksten bei Patienten mit kleineren Tumoren. Schulof et al. 1985, Journal of Biological Response Modifiers, PMID 3998766
Häufige Fragen
Ist Thymosin Alpha 1 ein zugelassenes Medikament?
Ja, unter dem Handelsnamen Zadaxin in mehr als 35 Ländern, unter anderem bei chronischer Hepatitis B und C. In Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es derzeit keine Zulassung.
Worauf wirkt Thymosin Alpha 1 im Immunsystem?
Es wirkt gleichzeitig auf das angeborene und das erworbene Immunsystem, unter anderem über eine gesteigerte Aktivität von T-Zellen, natürlichen Killerzellen und eine verbesserte Antikörperbildung.
Gibt es Humanstudien zu Thymosin Alpha 1?
Ja, im Vergleich zu vielen anderen Peptiden existiert eine breitere Basis an klinischen Studien, unter anderem zu schweren Virusinfektionen, einer unterstützenden Rolle bei Krebserkrankungen und dem Ansprechen auf Impfungen.